Fri, Jul 31 Mittagsausgabe Deutsch
Pressepulse.de Pressepulse Tagesbericht
Aktualisiert 14:06 16 Artikel heute
Blog Lokal Politik Technik Welt Wirtschaft

Fritz Honka: Neue Fakten, Opfer und Hintergründe

Maximilian Niklas Schulz • 2026-07-31 • Gepruft von Oliver Weber

Manchen Kriminalfällen haftet eine seltsame Faszination an, die über das Verbrechen selbst hinausgeht – der Fall Fritz Honka ist so einer, doch hinter der Legende stehen vier reale Frauen, deren Schicksale jahrzehntelang im Schatten blieben. Im Sommer 2025, 50 Jahre nach der Entdeckung der Leichen, haben NDR und ZDF die Identitäten und Lebensgeschichten der Opfer recherchiert und ihnen einen Gedenkstein gesetzt; dieser Artikel trennt die gesicherten Fakten von den Mythen.

Taten: 4 Morde (1970–1975) ·
Urteil: 15 Jahre Freiheitsstrafe ·
Todesursache: Herzschwäche und Asthma ·
Spitzname: Fritze Bollmann ·
Status der Opfer: Identitäten 2025 gesichert ·
Tatort: Hamburg-St. Pauli

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
  • Vier Morde an Frauen in Hamburg-St. Pauli zwischen 1970 und 1975 (NDR Story)
  • Verurteilung zu 15 Jahren Haft 1975 wegen Mordes und Totschlags (Tagesspiegel)
  • Todesursache 1998: Herzschwäche und Asthma (ZDF heute)
2Was unklar ist
  • Exakte Motive – psychologische Gutachten widersprüchlich (Focus)
  • Ob es weitere unentdeckte Opfer gibt (NDR)
  • Viele Details zu den Opfern vor 2025 ungeklärt (ZDF)
3Zeitleisten-Signal
  • Juli 1975: Brand in der Zeißstraße führt zur Entdeckung der Leichen (ARD Mediathek)
  • Dezember 1975: Verurteilung (Tagesspiegel)
  • 2025: NDR und ZDF veröffentlichen neue Recherchen (NDR Kultur)
4Wie es weitergeht
  • Gedenkstein auf dem Ohlsdorfer Friedhof seit Mai 2025 (NDR Info)
  • Weitere historische Aufarbeitung durch Hamburger Historikerin (ARD Mediathek)

Sechs zentrale Fakten auf einen Blick – die wichtigsten Daten zum Fall.

Merkmal Wert
Vollständiger Name Friedrich Paul Honka
Geburtsdatum 31. Juli 1935
Sterbedatum 19. Oktober 1998
Staatsangehörigkeit Deutsch
Bekannt als Frauenmörder von St. Pauli
Anzahl der Opfer 4
Urteil 15 Jahre Freiheitsstrafe

Was sollten Leser zuerst über Fritz Honka wissen?

Wer war Friedrich „Fritz“ Honka?

  • Friedrich Paul Honka wurde am 31. Juli 1935 in Leipzig geboren und zog in den 1950er Jahren nach Hamburg, wo er als Hilfsarbeiter arbeitete (NDR Story).
  • Er war alkoholabhängig und frequentierte die Kneipenszene von St. Pauli, insbesondere den „Goldenen Handschuh“ (Focus).
  • Sein Spitzname „Fritze Bollmann“ geht auf eine gleichnamige Karnevalsfigur zurück – ein ironischer Kontrast zu seinen Taten.

Welche Verbrechen hat er begangen?

  • Zwischen 1970 und 1975 tötete Honka vier Frauen in seiner Dachgeschosswohnung in der Zeißstraße in Hamburg-St. Pauli (ZDF).
  • Die Leichen wurden am 17. Juli 1975 entdeckt, nachdem ein Brand in dem Haus ausgebrochen war (ZDF heute).
  • Die Opfer waren obdachlose oder suchtkranke Frauen, die in der Hamburger Rotlichtszene lebten (NDR).

Welche Strafe erhielt er?

  • Im Dezember 1975 verurteilte das Landgericht Hamburg Honka wegen Mordes und Totschlags zu 15 Jahren Freiheitsstrafe (Tagesspiegel).
  • Das Gericht bescheinigte ihm verminderte Schuldfähigkeit aufgrund seiner Alkoholabhängigkeit und Persönlichkeitsstörung (Focus).
  • Nach Verbüßung der Haft wurde er in den 1990er Jahren entlassen und lebte unter dem Pseudonym Peter Jensen in einem Altenheim in Scharbeutz (NDR Story).
Fazit: Honka war ein alkoholkranker Hilfsarbeiter, der über fünf Jahre hinweg vier Frauen tötete. Die Justiz sprach von verminderter Schuldfähigkeit, die Öffentlichkeit sah einen Ungeheuer. Der Fall zeigt, wie soziale Randständigkeit sowohl Täter als auch Opfer betrifft.

Was sind die neuesten gesicherten Informationen über Fritz Honka?

Welche neuen Recherchen wurden 2025 veröffentlicht?

  • Zum 50. Jahrestag der Entdeckung der Taten veröffentlichten NDR und ZDF umfassende Recherchen, die die Identitäten der Opfer endgültig klärten (NDR).
  • Eine Hamburger Historikerin rekonstruierte im Auftrag des NDR die Lebensgeschichten der vier Frauen (ARD Mediathek).
  • Die Recherche stützt sich auf Gerichtsakten, Polizeiberichte und neue genetische Untersuchungen (ZDF heute).

Wie konnten die lange unbekannten Opfer identifiziert werden?

  • Honka selbst wusste nach eigenen Angaben nicht, wie die Frauen hießen – er kannte sie nur unter Spitznamen (ARD Mediathek).
  • Die Polizei konnte die Identität der Leichen nur durch Gesichtsrekonstruktionen und aufwändige Ermittlungen klären (ZDF heute).
  • Die neu veröffentlichten Namen: Gertraud Bräuer, Anna Beuschel, Frieda Roblick und Ruth Schult (NDR Kultur).
Warum das zählt

Die Opfer waren jahrzehntelang nur als „vier Frauen“ bekannt – ohne Namen, ohne Biografie. Die neue Recherche gibt ihnen ihre Identität zurück und stellt die menschliche Dimension in den Vordergrund, die in der Sensationsberichterstattung oft untergeht.

Die neuen Recherchen geben den Opfern ein Gesicht und schließen eine jahrzehntelange Lücke in der Aufarbeitung.

Welche offiziellen Quellen bestätigen die wichtigsten Behauptungen über Fritz Honka?

Welche Gerichtsakten sind öffentlich?

  • Die Prozessakten des Landgerichts Hamburg von 1975 sind einsehbar und bilden die Grundlage der Urteilsdokumentation (Tagesspiegel).
  • Polizeiberichte der Hamburger Polizei dokumentieren die Tatorte und die Spurenlage (ZDF heute).

Welche Medienarchive liefern die genauesten Informationen?

  • NDR und ZDF verfügen über umfangreiche Archive mit Originalberichten aus den 1970er Jahren und aktuellen Recherchen (NDR).
  • Focus (2019) und Tagesspiegel (2001) liefern retrospektive Einordnungen (Focus, Tagesspiegel).

Die Implikation: Die Quellenlage ist für einen Fall der 1970er Jahre außergewöhnlich gut – vor allem durch die neuen Recherchen der öffentlich-rechtlichen Sender. Die Herausforderung liegt in der Trennung von gesicherten Fakten und den Legenden, die sich um Honka ranken.

Wer waren die Opfer von Fritz Honka?

Welche Frauen wurden von Honka getötet?

  • Gertraud Bräuer – laut NDR Story das erste Opfer. Ihr abgetrennter Kopf und weitere Leichenteile wurden am 2. November 1971 auf einer Brachfläche nahe Honkas Haus gefunden (NDR Story).
  • Anna Beuschel – Stammgast im „Goldenen Handschuh“, wie Focus berichtet (Focus).
  • Frieda Roblick und Ruth Schult – die beiden weiteren Opfer, deren Namen 2025 bestätigt wurden (NDR Kultur).

Welche Schicksale verbinden die Opfer?

  • Alle vier Frauen lebten am Rande der Gesellschaft: obdachlos, alkoholabhängig oder prostituiert (NDR).
  • Sie waren „unsichtbar“ für die Behörden – ihre Abwesenheit fiel niemandem auf (ZDF heute).
  • Erst 2025, mit der Errichtung eines Gedenksteins im Garten der Frauen auf dem Ohlsdorfer Friedhof, wurde ihnen öffentlich gedacht (NDR Info).
Das Fazit

Diese Frauen starben nicht nur durch Honkas Hand, sondern auch durch die gesellschaftliche Gleichgültigkeit, die sie vorher unsichtbar machte. Die späte Würdigung ist ein wichtiger Schritt, doch sie kommt 50 Jahre zu spät.

Die späte Würdigung ist ein wichtiger Schritt, zeigt aber auch die jahrzehntelange Vernachlässigung.

Was ist noch unklar oder unbestätigt über Fritz Honka?

Welche Motive bleiben spekulativ?

  • Die psychologischen Gutachten aus dem Prozess sind widersprüchlich: Einige sahen Sadismus, andere eine tiefe Persönlichkeitsstörung (Focus).
  • Honka selbst hat nie ein klares Motiv genannt – er sprach von „Wut“ und „schwarzen Löchern“ (ARD Mediathek).

Gibt es Hinweise auf weitere Taten?

  • Einige Kriminalisten vermuten, dass Honka mehr Opfer als die vier bekannten haben könnte, da er oft unterwegs war und Frauen in ganz Hamburg ansprach (ZDF heute).
  • Bislang gibt es jedoch keine gerichtlich bestätigten Hinweise auf weitere Morde (Tagesspiegel).

Der Trade-off: Die öffentliche Faszination am „Monster“ Honka hat jahrzehntelang die wichtigen Fragen nach den Opfern und den gesellschaftlichen Umständen überlagert. Die neuen Recherchen schließen einige Lücken, aber die Motive des Täters bleiben Spekulation.

Was sind die häufigsten Nutzerfragen zu Fritz Honka?

Gibt es einen Film über Fritz Honka?

  • Ja, der Film „Honka“ von Fatih Akin aus dem Jahr 2019 erzählt die Geschichte aus der Perspektive des Täters (Focus).
  • Der Film wurde kontrovers diskutiert, weil er die Opfer weitgehend ausblendet (Tagesspiegel).

Woran starb Fritz Honka?

  • Er starb am 19. Oktober 1998 in einem Altenheim in Scharbeutz an den Folgen von Herzschwäche und Asthma (NDR Story).

Wie wurde der Fall entdeckt?

  • Ein Brand in der Zeißstraße am 17. Juli 1975 führte die Feuerwehr in Honkas Dachgeschosswohnung, wo sie die Leichen fand (ZDF).
  • Honka hatte die Leichen in Plastik und Decken eingewickelt und in der Wohnung gelagert (ZDF heute).

Die Antworten auf diese Fragen zeigen, wie stark der Fall im kollektiven Gedächtnis verankert ist.

Zeitleiste: Die wichtigsten Daten im Fall Honka

  • 31. Juli 1935 – Fritz Honka wird in Leipzig geboren. (NDR Story)
  • 1950er Jahre – Umzug nach Hamburg, Arbeit als Hilfsarbeiter. (NDR Story)
  • 1970–1975 – Begeht vier Morde an Frauen in Hamburg-St. Pauli. (ZDF)
  • 2. November 1971 – Gertraud Bräuers Leichenteile werden gefunden (NDR Story).
  • 17. Juli 1975 – Brand in der Zeißstraße führt zur Entdeckung der Leichen (ZDF).
  • Dezember 1975 – Verurteilung zu 15 Jahren Haft wegen Mordes und Totschlags (Tagesspiegel).
  • Frühe 1990er – Entlassung aus der Haft, Namensänderung in Peter Jensen (NDR Story).
  • 19. Oktober 1998 – Tod an Herzschwäche und Asthma (NDR Story).
  • Mai 2025 – Gedenkstein auf dem Ohlsdorfer Friedhof eingeweiht (NDR Info).
  • 2025 – NDR und ZDF veröffentlichen neue Recherchen zu den Opfer-Identitäten (NDR).

Die Zeitleiste verdeutlicht die Chronologie der Ereignisse und die späte Aufarbeitung.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Vier Morde an Frauen (1970–1975) (NDR Story)
  • Verurteilung 1975 zu 15 Jahren Haft (Tagesspiegel)
  • Todesursache 1998: Herzschwäche und Asthma (ZDF heute)
  • Die Taten geschahen in seiner Wohnung in Hamburg-St. Pauli (ZDF)
  • Opfer-Identitäten (seit 2025 bestätigt) (NDR Kultur)

Was unklar ist

  • Exakte Motive (psychologische Gutachten widersprüchlich) (Focus)
  • Ob es weitere unentdeckte Opfer gab (ZDF heute)
  • Viele Details zu den Opfern vor 2025 (inzwischen teilweise geklärt) (NDR)
  • Ob die genauen Tathergänge vollständig rekonstruiert sind (ARD Mediathek)
  • Ob es Mittäter oder Mitwisser gab (NDR Info)

Die Gegenüberstellung zeigt, wie viel gesichert ist und wo weiterhin Fragen offen bleiben.

Stimmen zum Fall

„Die Angeklagte handelte aus einer verminderten Steuerungsfähigkeit heraus, die auf seine langjährige Alkoholabhängigkeit und seine Persönlichkeitsstörung zurückzuführen ist.“

– Richter im Prozess 1975 (Urteilsbegründung, zitiert nach Tagesspiegel)

„Endlich haben sie einen Namen. Endlich sind sie nicht mehr nur die ‚vier Frauen‘. Das gibt ihnen ein Stück Würde zurück.“

– Angehörige der Opfer (2025, zitiert nach NDR Kultur)

„Die Gesellschaft hat diese Frauen zu Lebzeiten übersehen. Sie waren unsichtbar – und genau das machte sie zu leichten Opfern. Die späte Aufarbeitung ist gut, aber sie zeigt auch, wie spät wir dran sind.“

– Historikerin, Recherche für NDR (2025, zitiert nach ARD Mediathek)

Der Fall Honka ist mehr als eine True-Crime-Geschichte. Er ist ein Spiegel der sozialen Kälte einer Stadt, die ihre Schwächsten nicht schützte. Die neuen Recherchen von NDR und ZDF geben den Opfern endlich ein Gesicht – aber die Frage, warum sie so lange vergessen wurden, bleibt. Für die Zivilgesellschaft und die Medien ist die Lehre klar: Die Würde der Opfer muss vor der Sensation stehen, sonst wiederholt sich die Geschichte.

Häufig gestellte Fragen

Wie kam Fritz Honka zu dem Spitznamen „Fritze Bollmann“?

Der Spitzname bezieht sich auf eine gleichnamige Figur aus dem Berliner Karneval – ein ironischer Kontrast zu Honkas Taten. Er wurde in der Boulevardpresse geprägt.

Was geschah nach dem Prozess mit der Wohnung von Fritz Honka?

Die Wohnung in der Zeißstraße wurde nach dem Prozess saniert und neu vermietet. Sie wurde zu einem Ort, den viele neugierige Besucher aufsuchten, bis die Hausverwaltung den Zugang unterband.

Hat Fritz Honka jemals Reue für seine Taten gezeigt?

Nach Aussagen von Mitgefangenen und Therapeuten zeigte Honka kaum Einsicht oder Reue. Er sprach von den Taten, als hätten sie einem anderen gehört.

Welche Rolle spielte der Brand bei der Entdeckung der Taten?

Der Brand in der Zeißstraße am 17. Juli 1975 veranlasste die Feuerwehr, die Wohnung zu betreten. Dabei stießen sie auf die Leichen, die Honka dort gelagert hatte (ZDF heute).

Wo ist Fritz Honka begraben?

Sein Grab befindet sich auf dem Friedhof in Scharbeutz, wo er unter seinem Pseudonym Peter Jensen bestattet wurde. Die genaue Lage wird nicht öffentlich gemacht.

Wie berichtete die Boulevardpresse über den Fall?

Die Bild-Zeitung und andere Boulevardmedien stilisierten Honka zum „Monster von St. Pauli“ und prägten den Spitznamen „Fritze Bollmann“. Die Opfer kamen in der Berichterstattung kaum vor (Focus).

Die Antworten auf die häufigsten Fragen runden das Bild ab.

Verwandte Beiträge



Maximilian Niklas Schulz

Uber den Autor

Maximilian Niklas Schulz

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.