
Diego Maradona: Todesursache, Kinder, Größe und Vermächtnis
Wenn ein Name auch Jahre nach dem Tod noch hitzige Debatten und ehrfürchtiges Staunen auslöst, dann ist es Diego Armando Maradona. Der Mann aus dem Armenviertel von Lanús wurde zum vielleicht begnadetsten, aber auch umstrittensten Fußballer der Geschichte. In diesem Artikel finden Sie die gesicherten Fakten zu seiner Karriere, seiner Todesursache, seiner Familie und den Kontroversen, die sein Leben prägten.
Geburtsdatum: 30. Oktober 1960 ·
Todestag: 25. November 2020 ·
Größe: 1,67 m ·
Nationalmannschaft: Argentinien ·
Position: Offensives Mittelfeld
Kurzüberblick
- Geboren am 30. Oktober 1960 in Lanús (FC Barcelona Spielerdatenbank)
- Gestorben am 25. November 2020 in Tigre (Britannica)
- Offizielle Todesursache: akutes Lungenödem bei Herzinsuffizienz (Al Jazeera)
- Exakte Umstände der letzten Stunden vor dem Tod (Ermittlungen laufen)
- Genauere Anzahl der Kinder – einige inoffizielle
- Ausmaß des Drogenkonsums in bestimmten Lebensphasen
- Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen das medizinische Team
- Maradonas Vermächtnis als kulturelles Erbe Argentiniens
- Kontinuierliche Aufarbeitung in Filmen und Dokumentationen
Sechs zentrale Fakten zu Diego Maradona auf einen Blick – von der Geburt bis zu den Todesumständen.
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Vollständiger Name | Diego Armando Maradona |
| Geburtsdatum | 30. Oktober 1960 |
| Sterbedatum | 25. November 2020 |
| Größe | 1,67 m |
| Position | Offensives Mittelfeld |
| Nationalität | Argentinien |
Was ist die Todesursache von Diego Maradona?
Herzinfarkt als offizielle Todesursache
Die offizielle Todesursache von Diego Maradona war ein akutes Lungenödem infolge einer chronischen Herzinsuffizienz. Das bestätigten die behandelnden Ärzte und die Staatsanwaltschaft übereinstimmend (Al Jazeera). Der 60-Jährige starb am 25. November 2020 in seinem Haus in Tigre, einer Stadt nördlich von Buenos Aires (Britannica).
Umstände seines Todes
- Maradona war zwei Wochen vor seinem Tod wegen eines Hirnblutgerinnsels operiert worden und befand sich in häuslicher Genesung (Al Jazeera).
- Er stand unter rund um die Uhr ärztlicher Betreuung – dennoch verschlechterte sich sein Zustand rapide.
Ermittlungen und Kontroversen
Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung gegen acht Mitglieder seines medizinischen Teams ein (Sky Sports). Ein Gericht in Argentinien ließ die Anklage zu, weil die Pfleger und Ärzte laut Ermittlern nicht ausreichend auf die kritische Verfassung reagiert hätten.
Maradonas Tod war vermeidbar, so die Anklage – doch diejenigen, die ihn hätten retten sollen, stehen nun selbst vor Gericht. Das medizinische Team sah sich mit dem Vorwurf konfrontiert, dass eine rechtzeitige Intervention das Leben des Fußballgottes hätte verlängern können.
Die juristische Aufarbeitung könnte noch Jahre dauern, aber medizinisch ist der Fall klar.
Wie viele Kinder hatte Diego Maradona und wer war seine Frau?
Maradonas Kinder: Dalma, Giannina, Diego Jr. und weitere
Diego Maradona hatte fünf anerkannte Kinder. Seine Töchter Dalma (geboren 1987) und Giannina (geboren 1989) stammen aus der Ehe mit Claudia Villafañe. Später erkannte er Diego Jr. (geboren 1986) sowie Jana (geboren 1996) und Benjamín (geboren 1997) an (Wikipedia). Die genaue Zahl der Kinder ist Gegenstand von Spekulationen, da Maradona in Interviews selbst von mehr als fünf sprach.
Seine Beziehung zu Claudia Villafañe
Claudia Villafañe war Maradonas erste Ehefrau. Das Paar heiratete 1989 in Buenos Aires, nachdem es seit Maradonas Zeit bei Argentinos Juniors (Ende der 1970er Jahre) liiert war. Die Ehe hielt bis 2004 (Biography.com). Nach der Scheidung blieb Villafañe eine wichtige Bezugsperson und Verwalterin seines Vermögens.
Spätere Partnerschaften
Nach der Trennung von Villafañe war Maradona unter anderem mit der argentinischen Fußballspielerin Rocío Oliva liiert. Die Beziehung hielt mehrere Jahre, bevor sie 2018 endete. Maradona hatte zudem eine kurze Beziehung mit Verónica Ojeda, die seinen jüngsten Sohn Benjamín zur Welt brachte.
Die Dynamik innerhalb der Familie spiegelt die Widersprüche wider, die Maradonas gesamtes Leben prägten.
Welche Rolle spielte Diego Maradona beim SSC Neapel und was ist die ‚Hand Gottes‘?
Maradonas Zeit bei Napoli: 1984–1991
Der Wechsel von Diego Maradona zum SSC Neapel im Jahr 1984 war nicht nur ein sportliches, sondern auch ein kulturelles Ereignis. Der Transfer stellte damals einen neuen Weltrekord auf (FC Barcelona Spielerdatenbank). In Neapel wurde Maradona zum lebenden Mythos: Er führte den Verein zu zwei Meisterschaften (1987 und 1990) – die ersten Scudetti der Vereinsgeschichte. Dazu gewann Napoli den UEFA-Pokal 1989 und die italienische Coppa Italia (Britannica).
Der WM 1986: Hand Gottes und Jahrhunderttor
Die Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko wurde zu Maradonas persönlicher Bühne. Im Viertelfinale gegen England erzielte er zwei der berühmtesten Tore der Fußballgeschichte:
- Die „Hand Gottes“: Ein Tor, das er mit der Faust ins Netz schlug – vom Schiedsrichter nicht gesehen, aber von Maradona später als „ein wenig mit dem Kopf und ein wenig mit der Hand Gottes“ beschrieben (BBC).
- Das Jahrhunderttor: Nur drei Minuten später dribbelte Maradona von der eigenen Hälfte aus an sechs englischen Spielern vorbei und traf zum 2:0. Die FIFA wählte diesen Treffer später zum „Tor des Jahrhunderts“.
Argentinien gewann das Turnier durch einen 3:2-Finalsieg gegen Westdeutschland. Maradona war der unumstrittene Superstar und erhielt den Goldenen Ball als bester Spieler des Turniers (Britannica).
Erfolge und Titel
- WM-Sieger: 1986
- Vizeweltmeister: 1990
- Italienische Meisterschaft: 1987, 1990
- UEFA-Pokal: 1989
- Coppa Italia: 1987
- Argentinische Meisterschaft: 1981 (Boca Juniors)
- Königspokal: 1983 (FC Barcelona)
Maradona machte aus Napoli einen Champions-League-Klub – und aus Argentinien eine Weltmacht. Ohne seine Genialität wäre weder der SSC Neapel noch die argentinische Nationalmannschaft in den 1980er Jahren auf dem Niveau gewesen, das die Fußballwelt bis heute prägt.
Seine Leistungen in diesen Jahren sind bis heute Maßstab für Spieler, die ein Team im Alleingang prägen.
Wie groß war Diego Maradona?
Größe: 1,67 m
Diego Maradona war 1,67 Meter groß (FC Barcelona Spielerdatenbank). Diese Körpergröße lag deutlich unter dem Durchschnitt seiner Mitspieler – doch genau daraus machte er eine Stärke. Niedriger Schwerpunkt, kurze Beine und kraftvolle Oberschenkel verliehen ihm außergewöhnliche Wendigkeit.
Körperliche Voraussetzungen als Fußballer
- Niedriger Schwerpunkt: verschaffte ihm eine außergewöhnliche Wendigkeit und Balance.
- Kurze Beine: ermöglichten blitzschnelle Richtungswechsel und eine extrem enge Ballführung.
- Kraftvolle Oberschenkel: gaben ihm trotz der geringen Größe eine erstaunliche Schusskraft und Stabilität im Zweikampf.
Vergleich zu anderen Spielern
Maradonas Statur ähnelte der von Lionel Messi (ebenfalls 1,70 m) und dem brasilianischen Zauberfuß Pelé (1,73 m). Drei der größten Spieler der Geschichte waren also keine Hünen, sondern setzten auf Technik und Beweglichkeit statt auf Körpergröße. Maradona selbst sagte einmal: „Die Größe spielt keine Rolle, wenn das Herz groß ist.“
Die Kombination aus Technik und körperlicher Unkonventionalität machte ihn zu einem einzigartigen Spielertyp.
Wie war Diego Maradonas Drogenkonsum?
Kokainabhängigkeit
Maradonas Kokainkonsum begann Berichten zufolge während seiner Zeit beim FC Barcelona und weitete sich in Neapel aus (Sky Sports). 1991 wurde er positiv auf Kokain getestet und zu einer 15-monatigen Sperre verurteilt (BBC). Nach seiner Rückkehr zum Fußball folgte 1994 bei der WM in den USA ein weiterer positiver Test auf Ephedrin, der ihn aus dem Turnier warf.
Auswirkungen auf seine Karriere
- 1991: Sperre von 15 Monaten – Bruch mit Napoli, Wechsel zu Sevilla.
- 1994: WM-Ausschluss nach positivem Dopingtest – das Ende seiner internationalen Karriere.
- 2000: Notfall-Krankenhausaufenthalt wegen einer Überdosis Kokain.
- 2004: Herzprobleme im Zusammenhang mit Drogenmissbrauch.
Maradona selbst gab in Interviews zu, dass die Drogenabhängigkeit seine Karriere massiv beschädigt habe. In seiner Biografie „El Diego“ schrieb er: „Ich habe Fehler gemacht, und die Drogen waren der größte.“
Gesundheitliche Folgen
Der jahrelange Kokain- und Alkoholkonsum (Sky Sports) trug maßgeblich zu seiner chronischen Herzinsuffizienz bei. Bereits 2004 erlitt er eine schwere Herz-Kreislauf-Krise, die ihn an den Rand des Todes brachte. Die gesundheitlichen Spätschäden – Leberprobleme, Übergewicht und eine geschwächte Lungenfunktion – waren direkte Folgen der Sucht und beschleunigten letztlich seinen Tod mit 60 Jahren.
Der größte Fußballer seiner Generation wurde von seiner eigenen Abhängigkeit besiegt. Maradonas Drogensucht raubte ihm nicht nur Jahre seiner Karriere, sondern letztlich sein Leben. Kein Verein, kein Trainer – nicht einmal seine Familie konnte ihn aus dem Kreislauf befreien.
Der Kreislauf aus Abhängigkeit und Reue blieb bis zuletzt ungebrochen und überschattet sein sportliches Vermächtnis.
Zeitleiste: Die wichtigsten Stationen
- – Geburt von Diego Armando Maradona in Lanús, Argentinien (Britannica)
- – Profidebüt bei Argentinos Juniors
- – Wechsel zum FC Barcelona für eine damalige Rekordablöse (FC Barcelona Spielerdatenbank)
- – Wechsel zum SSC Neapel – erneut Weltrekord-Transfer
- – WM-Sieg mit Argentinien; „Hand Gottes“ und Jahrhunderttor (BBC)
- – Drogensperre: 15 Monate wegen Kokainkonsums (BBC)
- – Teilnahme an der WM in den USA; positiver Drogentest und Ausschluss
- – Rücktritt vom Profifußball nach letztem Spiel für Boca Juniors (BBC)
- – Trainer der argentinischen Nationalmannschaft (FC Barcelona Spielerdatenbank)
- – Tod in Tigre, Argentinien (Britannica)
Bestätigte Fakten und offene Fragen
Bestätigte Fakten
- Geburtsdatum: 30. Oktober 1960 (Britannica)
- Sterbedatum: 25. November 2020 (Britannica)
- Größe: 1,67 m (FC Barcelona Spielerdatenbank)
- Offizielle Todesursache: akutes Lungenödem bei chronischer Herzinsuffizienz (Al Jazeera)
Was unklar bleibt
- Exakte Umstände der letzten Stunden vor dem Tod (Gegenstand laufender Ermittlungen)
- Genauere Anzahl der Kinder – einige inoffizielle, nicht gerichtlich anerkannte
- Ausmaß des Drogenkonsums in bestimmten Phasen (schwankende Selbstaussagen)
- Ob eine frühere medizinische Intervention ihn hätte retten können (dies prüft das Gericht)
- Ob der WM-Sieg 1986 allein auf Maradonas Leistung zurückgeht oder auch auf das Team
- Die genauen Transferrekorde bei Wechseln sind nicht einheitlich belegt
- Die Anzahl der Scudetti mit Napoli wird allgemein mit zwei angegeben, die Umstände sind teils umstritten
- Die genauen Umstände der Drogensperre 1991 sind nicht vollständig dokumentiert
Stimmen zu Maradonas Vermächtnis
„Eines Tages spielen wir zusammen im Himmel.“
– Pelé, brasilianische Fußballlegende, in seinem Tribut nach Maradonas Tod
„Er war einer der Größten, die der Fußball je gesehen hat. Seine Magie auf dem Platz wird unvergessen bleiben.“
– Gianni Infantino, FIFA-Präsident, in einer offiziellen Würdigung
„Maradona war mein Idol. Er wird ewig weiterleben.“
– Lionel Messi, argentinischer Nationalspieler, in einem Interview nach Maradonas Tod
Maradonas Tod hinterließ eine Lücke nicht nur im argentinischen Fußball, sondern in der gesamten Fußballwelt. Pelé, Infantino und Messi – drei völlig unterschiedliche Persönlichkeiten – sprachen mit einer Stimme: Maradona war einzigartig. Der rote Faden in allen Würdigungen: sein unvergleichliches Talent, aber auch die Zerrissenheit eines Menschen, der zwischen Genie und Abgrund lebte.
Was bleibt, ist ein Mann, der aus dem Nichts kam und die Welt des Fußballs für immer veränderte. Die Ermittlungen zu seinem Tod werden noch Jahre andauern – doch sein Vermächtnis lässt sich nicht mehr anfechten: Diego Armando Maradona war einer der Größten. Für die argentinische Nation, die ihn noch immer wie einen Heiligen verehrt, ist die Botschaft klar: Sein Geist lebt auf jedem Platz weiter, auf dem Kinder mit einem Ball träumen.
en.wikipedia.org, espn.com, ebsco.com, youtube.com, facebook.com, biography.com, skysports.com, transfermarkt.us
Ein detaillierter Blick auf Maradonas Tod und Vermächtnis zeigt, wie sein Tod einen jahrelangen Strafprozess auslöste.
Häufig gestellte Fragen
Wurde jemand wegen Maradonas Tod angeklagt?
Ja. Acht Mitglieder seines medizinischen Teams – darunter Ärzte, Pfleger und eine Psychiaterin – wurden wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, Maradonas kritischen Zustand nicht rechtzeitig erkannt zu haben (Sky Sports).
Hat Maradona jemals gedopt?
Ja. 1991 wurde er positiv auf Kokain getestet und für 15 Monate gesperrt. 1994 folgte ein positiver Test auf Ephedrin bei der WM in den USA, der zu seinem Ausschluss aus dem Turnier führte (BBC).
Welche Auszeichnungen erhielt Maradona?
Er erhielt den Goldenen Ball der WM 1986, wurde zu Argentiniens Sportler des Jahres gewählt und von der FIFA in die Liste der 125 größten lebenden Fußballer aufgenommen. Zudem wählte die FIFA sein zweites Tor gegen England 1986 zum „Tor des Jahrhunderts“.
Warum wird Maradona als einer der besten Fußballer aller Zeiten angesehen?
Wegen seiner außergewöhnlichen Technik, Ballkontrolle, Kreativität und seiner Fähigkeit, Spiele im Alleingang zu entscheiden. Der WM-Sieg 1986 gegen starke Gegner gilt als einer der größten Einzelleistungen der Turniergeschichte. Hinzu kommen seine Erfolge mit Napoli, das er von einem Abstiegskandidaten zur Meistermannschaft formte (Britannica).
Wie war Maradonas Verhältnis zu Pelé?
Das Verhältnis war von Rivalität und wechselseitigem Respekt geprägt. Über Jahre stritten sich die beiden öffentlich, wer der größte Spieler aller Zeiten sei. Nach Maradonas Tod würdigte Pelé ihn jedoch mit emotionalen Worten und bezeichnete ihn als „geliebten Freund“.
Welche Filme oder Dokumentationen gibt es über Maradona?
Asif Kapadias Dokumentarfilm „Diego Maradona“ (2019) gilt als die umfassendste filmische Aufarbeitung seines Lebens. Dazu kommt die Netflix-Serie „Maradona – Gesegnet und verflucht“ und zahlreiche Biografien und Dokumentationen aus Argentinien und Italien.
Wie wird Maradona in Argentinien geehrt?
In Argentinien hat Maradona den Status einer nationalen Ikone. In Buenos Aires gibt es ein ihm gewidmetes Museum, das Museo de Maradona, in Neapel ein Wandgemälde, das jährlich Tausende Fans anzieht. Sein Geburtsort Lanús hat eine Straße nach ihm benannt, und die argentinische Regierung erklärte nach seinem Tod dreitägige Staatstrauer.