
Smart Forfour: Ist er ein gutes Auto? Preise, Probleme und Alternativen
Zwei Leben hatte der Smart Forfour – beide endeten überraschend früh. Wer heute einen Gebrauchten sucht, stößt auf ein Auto zwischen genialer Stadttauglichkeit und ärgerlichen Schwachstellen. Dieser Leitfaden zeigt, worauf es beim Kauf ankommt.
Produktionszeitraum: 2004–2006 und 2014–2022 ·
Länge (zweite Generation): 3495 mm ·
Sitzplätze: 4–5 ·
Motorisierungen: Benzin (1.0–1.5 l), Diesel (1.5 l)
Kurzüberblick
- Zwei Generationen: 2004–2006 (W454) und 2014–2022 (W453) (Wikipedia – Enzyklopädie mit Modellhistorie)
- Zweite Generation teilt Plattform mit Renault Twingo III (Carwow – Automobilportal)
- Verkaufszahlen der ersten Gen nicht öffentlich (Wikipedia)
- Häufigkeit typischer Probleme variiert je nach Quelle (YouTube – Gebrauchtwagen-Kanäle)
- 2004: Markteinführung W454 (Carscoops – Automobilnachrichten)
- 2014: Wiederbelebung als W453 (Carscoops – Automobilnachrichten)
- 2022: Produktion eingestellt (Carscoops – Automobilnachrichten)
- Smart fokussiert auf vollelektrische Modelle (Carscoops – Automobilnachrichten)
- Gebrauchtwagenmarkt bleibt einzig Chance für Forfour-Fans (Autoline – Gebrauchtwagenbörse)
Technische Daten im Überblick
Acht Werte, eine Geschichte: Der Forfour ist für die Stadt optimiert, aber kein reiner Kurzstreckenflitzer.
| Merkmal | Wert (2. Gen W453) |
|---|---|
| Produktionszeitraum | 2004–2006 und 2014–2022 |
| Länge | 3495 mm |
| Breite | 1665 mm |
| Höhe | 1554 mm |
| Radstand | 2494 mm |
| Leergewicht | 975–1055 kg |
| Kofferraumvolumen | 240–975 l |
| Motorisierungen | Benzin 1.0–1.5 l, Diesel 1.5 l |
Das Muster: Der Forfour ist kurz genug für enge Parklücken, aber der Radstand von 2494 mm (JD Power – Fahrzeughistorie) sorgt für erwachsene Stabilität. Der Trade-off: Der Kofferraum wächst auf 975 Liter – aber nur, wenn die Rückbank umklappt.
Ist ein Smart Forfour ein gutes Auto?
Vorteile
- Wendig und stadttauglich
- Günstiger Gebrauchtpreis
- Niedriger Verbrauch (ab 4,5 l/100 km)
Nachteile
- Getriebeprobleme (Automatik)
- Rost an Hinterachse älterer Modelle
- Schlechte Ersatzteilversorgung (W454)
Fahrleistung und Komfort
- Die zweite Generation fährt sich dank Heckmotor und Hinterradantrieb wendig – ideal für die Stadt (Carwow – Testportal).
- Der 1.0-Liter-Benziner leistet 71 PS, der 0.9-Liter-Turbo 90 PS.
- Das Fahrwerk ist straff abgestimmt, auf der Autobahn wird es bei 130 km/h laut.
Was das bedeutet: Wer überwiegend in der Innenstadt unterwegs ist, bekommt einen der wendigsten Viersitzer seiner Klasse. Für Langstreckenfahrer gibt es bessere Alternativen.
Sicherheit und Zuverlässigkeit
- Die zweite Generation erreichte vier Sterne im Euro NCAP-Crashtest.
- ADAC-Pannenstatistiken zeigen: Elektronikprobleme (Fensterheber, Zentralverriegelung) treten gehäuft auf.
- Regelmäßige Wartung verlängert die Lebensdauer deutlich – ein vernachlässigter Forfour wird schnell zur Kostenfalle.
Elektronikprobleme (Fensterheber, Zentralverriegelung) treten gehäuft auf.
Probleme und Schwachstellen
- Getriebe (Automatik): Ruckeln und Schaltverzögerungen sind bekannt.
- Rost: An der Hinterachse älterer Modelle (W454) Korrosion möglich.
- Ersatzteile: Scheinwerfer und Karosserieteile schwer verfügbar.
Getriebe- und Elektronikprobleme sind bekannt – ein Wartungsnachweis ist Pflicht beim Gebrauchtwagenkauf.
Das Muster: Der Forfour ist kein Auto für Faule. Wer ihn pflegt, wird belohnt – wer ihn ignoriert, erlebt böse Überraschungen.
Der günstige Einstiegspreis verführt – aber die Ersatzteilversorgung für den W454 ist heute so schlecht, dass ein kleiner Unfall schnell den wirtschaftlichen Totalschaden bedeutet. Ein W453 mit Wartungsnachweis ist die klügere Wahl.
Warum wird der Smart Forfour nicht mehr gebaut?
Ende der ersten Generation (2006)
- Die erste Generation (W454) verkaufte sich schwach – zu wenig Nachfrage, zu viel Konkurrenz.
- Smart stellte die Produktion 2006 ein, nur zwei Jahre nach Marktstart.
- Genaue Verkaufszahlen sind nicht öffentlich (Wikipedia – Produktionshistorie).
Wiederbelebung und Einstellung (2022)
- 2014 wagte Smart einen Neustart – diesmal auf Basis des Renault Twingo III (MercedesBlog – Fahrzeugvergleich).
- 2022 beendete Smart die Produktion endgültig (Carscoops – Branchenmeldung).
- Der Ausstieg aus dem Verbrennersegment war strategisch: Smart konzentriert sich auf Elektroautos.
Die Implikation: Der Forfour starb zweimal – einmal am Markt, einmal an der Strategie. Gebrauchtwagenkäufer profitieren vom Überangebot, aber die Modellpflege ist eingefroren.
Kein Neuwagen mehr, keine Updates – aber viele gut erhaltene Exemplare warten auf ihre zweite Chance. Der Marktpreis fällt, die Restlaufzeit der Ersatzteilversorgung auch.
Wie viel kostet ein Smart Forfour?
Neupreis (historisch)
- Der Smart Forfour 2014 startete bei 11.950 € (Carwow – Preisübersicht).
- Der Smart EQ Forfour (Elektro) kostete 2021 rund 22.000 €.
Gebrauchtpreise nach Baujahr
- Erste Generation (2004–2006): ab 1.500 € (Autoline – Gebrauchtwagenbörse).
- Zweite Generation (2014–2022): zwischen 4.000 € und 12.000 €, je nach Zustand und Motor.
- Smart EQ Forfour (2021): um 8.000–10.000 € (The Parking – Fahrzeugmarkt in DE).
Unterhaltskosten
- Versicherung: je nach Typklasse ca. 400–700 € jährlich.
- Inspektion: ca. 200–400 € pro Jahr.
- Steuer: ab 60 € jährlich (Benziner).
Die Kalkulation: Der Forfour ist günstig im Unterhalt – solange keine größeren Reparaturen anstehen. Ein Getriebeschaden kann aber schnell 2.000 € kosten.
Alternativen zum Smart Forfour
Ein Vergleich mit den Hauptkonkurrenten zeigt, wo der Forfour steht.
| Modell | Plattform | Vorteil gegenüber Forfour | Nachteil gegenüber Forfour |
|---|---|---|---|
| Renault Twingo III | Baugleich (2014–2022) | Günstiger in Anschaffung, bessere Ersatzteillage | Weniger Premium-Gefühl |
| Fiat 500 | Eigenständig | Mehr Stil, riesige Community | Weniger Platz hinten, höherer Verbrauch |
| Volkswagen up! | MQB-basiert | Rostunempfindlicher, günstige Ersatzteile | Frontantrieb, weniger wendig |
Weitere interessante Gebrauchtwagen-Kaufberatungen: VW Scirocco und Ford Fiesta.
Der Trade-off: Der Forfour ist in der Stadt unschlagbar wendig – aber der Twingo III ist die günstigere Variante desselben Autos. Beim up! gewinnt die Alltagstauglichkeit.
Fazit
Der Smart Forfour ist kein Auto für alle – aber für die richtigen Menschen genau richtig. Für den Stadtpendler, der ein wendiges, günstiges Gefährt sucht und bereit ist, an der einen oder anderen Schraube zu drehen, ist er ein kluger Kauf. Für den Langstreckenfahrer oder den, der einfach nur von A nach B will ohne Risiko, gibt es bessere Optionen. Die Entscheidung ist klar: Wer den Forfour liebt, kauft ihn – aber mit offenen Augen und einem Mechaniker des Vertrauens.
Häufig gestellte Fragen
Wie zuverlässig ist der Smart Forfour?
Bei regelmäßiger Wartung ist er durchschnittlich zuverlässig. Getriebe- und Elektronikprobleme sind bekannt – ein Wartungsnachweis ist Pflicht beim Gebrauchtwagenkauf.
Welche Baujahre des Smart Forfour sollte man meiden?
Frühe Modelle der ersten Generation (2004–2005) sind rostgefährdet. Bei der zweiten Generation (2014–2016) gab es anfängliche Getriebeprobleme.
Ist der Smart Forfour für die Stadt geeignet?
Ja – mit 3495 mm Länge und 4,5 m Wendekreis ist er einer der wendigsten Viersitzer auf dem Markt.
Wie hoch ist der Kraftstoffverbrauch des Smart Forfour?
Der 1.0-Liter-Benziner liegt bei ca. 5,5–6,5 l/100 km. Der 0.9-Turbo verbraucht ähnlich, der Diesel (1.5 l) ca. 4,5 l/100 km.
Hat der Smart Forfour eine Anhängerkupplung?
Eine Anhängerkupplung ist nachrüstbar, aber der Hersteller hat keine Anhängelast freigegeben.
Wie viele Kilometer hält ein Smart Forfour Motor?
Bei guter Wartung sind 150.000–200.000 km realistisch. Motorschäden sind selten, aber möglich bei vernachlässigtem Ölwechsel.
Wie teuer ist die Versicherung für einen Smart Forfour?
Je nach Typklasse und Fahrer zwischen 400 € und 700 € jährlich. Der Forfour liegt in der mittleren Haftpflichtklasse.
Das Fazit: Der Forfour ist ein Nischenfahrzeug mit treuer Anhängerschaft.